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Finanzplan erstellen – Vorlage & Anleitung 2026

Finanzplan erstellen – Vorlage & Anleitung 2026

Jonas Schildhorn
Aktualisiert am 01.04.2026

Ohne Finanzplan keine Finan-zierung

und kein Businessplan, der überzeugt

Banken, Investoren und die Arbeitsagentur entscheiden nicht nach Bauchgefühl. Sie entscheiden nach Zahlen. Der Finanzplan ist das einzige Kapitel im Businessplan, das objektiv prüfbar ist – und genau deshalb wird er am kritischsten bewertet.

Viele Gründerinnen und Gründer schieben den Finanzplan bis zuletzt auf, weil er einschüchternd wirkt: Tabellen, Prognosen, Begriffe wie Liquiditätsplanung oder Rentabilitätsvorschau. Dabei ist die Grundstruktur klarer, als sie auf den ersten Blick aussieht. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du einen vollständigen Finanzplan erstellst – mit konkreten Beispielen, einer kostenlosen Vorlage und allem, was Banken und Förderstellen tatsächlich sehen wollen. 

Was du aus diesem Artikel mitnimmst:

Was ist ein Finanz-plan und was gehört zwingend rein?

Was ist ein Finanzplan und was gehört zwingend rein?

Ein Finanzplan ist der Zahlenteil deines Businessplans. Er zeigt, wie viel Geld du zum Start brauchst, wann du mit welchen Einnahmen rechnest, welche Kosten anfallen und ab wann dein Unternehmen profitabel arbeitet. Ein vollständiger Finanzplan besteht aus drei Kernteilen, die aufeinander aufbauen:

  1. Kapitalbedarf & Investitionsplan (Was brauchst du einmalig zum Start?)
  2. Liquiditätsplanung (Monat 1–12) (Wie entwickeln sich Einnahmen und Ausgaben?)
  3. Rentabilitätsvorschau (Jahr 1–3) (Wann verdienst du Geld – und wie viel?)

Hinzu kommen für Banken und Förderstellen oft noch: eine Umsatzstruktur (woher kommen die Einnahmen konkret?) und eine Privatentnahmeplanung (was entnimmst du für deinen Lebensunterhalt?).

Unterschied: Liquiditätsplanung vs. Rentabilitätsvorschau

Unterschied: Liquiditäts-planung vs. Rentabilitäts-vorschau

Die Liquiditätsplanung zeigt, ob du zu jedem Zeitpunkt zahlungsfähig bist – also ob auf deinem Konto genug Geld vorhanden ist, um Rechnungen zu bezahlen. Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob dein Unternehmen insgesamt Gewinn erzielt. Beides ist wichtig, denn ein Unternehmen kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem zahlungsunfähig werden – zum Beispiel, wenn Kunden zu spät zahlen.

Schritt 1

Den Kapitalbedarf ermitteln – was brauchst du wirklich zum Start?

Der Kapitalbedarfsplan ist der erste und oft unterschätzte Teil des Finanzplans. Hier listest du alle Ausgaben auf, die vor dem ersten Umsatz entstehen – also alles, was du brauchst, um überhaupt starten zu können.

Einmalige Investitionen (Anlageinvestitionen)

Das sind Ausgaben für langlebige Güter, die du einmal kaufst und über mehrere Jahre nutzt:

  • Maschinen, Geräte, Fahrzeuge
  • IT-Ausstattung (Computer, Server, Software-Lizenzen)
  • Ladenausstattung, Büromöbel
  • Website, Online-Shop, App-Entwicklung
  • Kaution für Mieträume (wird zurückgezahlt, muss aber vorfinanziert werden)

Anlaufkosten (Umlaufmittel)

Das sind Ausgaben für langlebige Güter, die du einmal kaufst und über mehrere Jahre nutzt:

  • Erster Wareneinkauf oder Rohstoffbestand
  • Marketingmaßnahmen zum Start (Flyer, Google Ads, Messe)
  • Erste Gehälter (falls du Mitarbeiter einstellst)
  • Notarkosten, Handelsregistereintrag, Genehmigungen
  • Betriebsmittelreserve für 2–3 Monate laufende Kosten

Sicherheitspuffer – immer einplanen

Plane zusätzlich 10–15 % des Gesamtbedarfs als Puffer ein. Jede Gründung verläuft anders als geplant: Lieferanten sind teurer als erwartet, Behördenverfahren dauern länger, erste Umsätze kommen später. Wer keinen Puffer hat, gerät bei der ersten Unplanmäßigkeit in Zahlungsnot.

Beispiel Kapitalbedarf – Online-Beratungsunternehmen „StrategyFirst UG“:

Laptop + Monitore: 2.400 € · Videokonferenz-Ausstattung: 600 € · Website + CRM-System: 2.200 € · Rechts- und Steuerberatung Gründung: 900 € · Marketing-Start (LinkedIn Ads, 3 Monate): 1.800 € · Betriebsmittelreserve (3 Monate Fixkosten): 6.300 € · Puffer 12 %: 1.700 € = Gesamtbedarf: 15.900 €

Kostenlose Vorlage zum Download

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Schritt 2

Die Liquiditätsplanung – Monat für Monat im Blick

Die Liquiditäts-planung. Dein Monat für Monat im Blick

Die Liquiditätsplanung ist das Herzstück des Finanzplans für Banken und die Arbeitsagentur. Sie zeigt monatlich: Wie viel kommt rein? Wie viel geht raus? Was bleibt auf dem Konto?

Aufbau der Liquiditätsplanung

Die Tabelle hat immer denselben Grundaufbau:

Einnahmen:

  • Umsatzerlöse (aufgeschlüsselt nach Produkten/Leistungen)
  • Sonstige Einnahmen (Förderungen, Kreditmittel, Eigenkapital)

Ausgaben:

  • Variable Kosten (Wareneinsatz, Versandkosten, Provisionen – steigen mit dem Umsatz)
  • Fixkosten (Miete, Versicherungen, Software-Abos, Unternehmerlohn – fallen immer an)
  • Einmalige Investitionen (nur in den Monaten, in denen sie anfallen)

Ergebnis:

  • Monatlicher Überschuss oder Fehlbetrag
  • Kumulierter Kontostand (Startkapital +/- laufende Zu- und Abflüsse)

Der Break-even in der Liquiditätsplanung

Der Break-even-Punkt ist der Monat, in dem deine monatlichen Einnahmen erstmals deine monatlichen Gesamtausgaben übersteigen. Ab diesem Punkt bist du nicht mehr auf Rücklagen angewiesen.

Wichtig: Unterscheide zwischen dem operativen Break-even (Einnahmen decken laufende Kosten) und dem vollständigen Break-even (Einnahmen decken auch die Anfangsinvestitionen). Für die Bank zählt der operative Break-even. Für deine persönliche Planung ist der vollständige Break-even entscheidend.

Konservativ kalkulieren – so geht es richtig

Die größte Falle bei der Liquiditätsplanung: übertriebener Optimismus. Plane in den ersten drei Monaten mit maximal 40–60 % deiner realistischen Umsatzerwartung. Gründe:

  • Kunden brauchen Zeit, um auf dich aufmerksam zu werden
  • Zahlungsziele (30–60 Tage netto) verzögern Geldeingänge
  • Anlaufprobleme bei Produktion, Lieferung oder Service sind normal

Beispiel Liquiditätsplanung (Monat 1–4) – Hundefriseur „MobileGrooming“:

Kennzahl Monat 1 Monat 2 Monat 3 Monat 4
Umsatz (Termine × 65 €) 1.560 € 2.340 € 3.640 € 4.550 €
Variable Kosten (8 % vom Umsatz) 125 € 187 € 291 € 364 €
Fixkosten gesamt 2.850 € 2.850 € 2.850 € 2.850 €
Monatsergebnis -1.415 € -697 € +499 € +1.336 €
Kumulierter Kontostand 27.085 € 26.388 € 26.887 € 28.223 €
  • Startkapital: 28.500 €. 
  • Break-even operativ: Monat 3.

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Schritt 3

Die Rentabilitäts-vorschau. 3 Jahre in die Zukunft planen

Die Rentabilitätsvorschau – 3 Jahre in die Zukunft planen

Die Rentabilitätsvorschau (auch: Ertragsvorschau oder Gewinn-und-Verlust-Vorschau) zeigt, ob dein Unternehmen langfristig wirtschaftlich tragfähig ist. Sie umfasst drei Jahre und ist weniger detailliert als die monatliche Liquiditätsplanung – aber strategisch wichtiger.

Was die Rentabilitätsvorschau zeigt

  • Gesamtumsatz
  • Gesamte variable Kosten
  • Deckungsbeitrag (Umsatz minus variable Kosten)
  • Gesamte Fixkosten (inkl. Unternehmerlohn, Abschreibungen)
  • Ergebnis vor Steuern (Gewinn oder Verlust)

Abschreibungen richtig einrechnen

Ein häufig vergessener Posten: Abschreibungen. Wenn du ein Fahrzeug für 18.000 € kaufst und es über 6 Jahre abschreibst, fallen jährlich 3.000 € als Kosten an – auch wenn du das Geld schon ausgegeben hast. In der Rentabilitätsvorschau müssen Abschreibungen als Fixkosten erscheinen, weil sie den buchhalterischen Gewinn mindern (und damit die Steuerlast beeinflussen).

Abschreibungen richtig einrechnen

Trage deinen geplanten Unternehmerlohn immer als Fixkosten ein – auch wenn du als Einzelunternehmer technisch gesehen keinen „Lohn“ zahlst. Ohne diesen Posten ist die Rentabilitätsvorschau unrealistisch. Die Arbeitsagentur prüft explizit, ob dein geplanter Lebensunterhalt gesichert ist.

Faustregel für den Unternehmerlohn: Krankenversicherung (ca. 400–900 €/Monat freiwillig gesetzlich) + Rentenversicherung (optional, aber empfohlen: ca. 300 €/Monat) + Lebenshaltungskosten netto. In Summe: realistisch 2.000–3.500 €/Monat je nach Region und Lebenssituation.

Beispiel Rentabilitätsvorschau  StrategyFirst UG:

Kennzahl Jahr 1 Jahr 2 Jahr 3
Umsatz 68.000 € 112.000 € 145.000 €
Variable Kosten (5 %) 3.400 € 5.600 € 7.250 €
Deckungsbeitrag 64.600 € 106.400 € 137.750 €
Fixkosten (inkl. 2.400 €/Monat UL) 57.600 € 62.400 € 66.000 €
Ergebnis vor Steuern 7.000 € 44.000 € 71.750 €

Finanzplan erstellen – kostenlose Vorlage herunterladen

Finanzplan erstellen – kosten-lose Vorlage herunterladen

Du weißt jetzt, was in jeden Teil des Finanzplans gehört. Der nächste Schritt ist die Umsetzung. Damit du nicht bei null anfängst, stellen wir eine vollständige, sofort nutzbare Finanzplan-Vorlage kostenlos zur Verfügung.

Die Vorlage enthält:

  • Vorausgefüllte Tabellenstruktur für alle drei Finanzplan-Teile
  • Formeln für Deckungsbeitrag, Break-even und kumulierten Kontostand
  • Beispielzahlen aus drei Branchen, die du überschreiben kannst
  • Kompatibel mit Excel, Google Sheets und LibreOffice
  • Exportierbar als PDF für Bankgespräche und Förderanträge

Du möchtest den Finanzplan direkt in einen vollständigen Businessplan einbetten? Unser kostenloses Businessplan-Tool führt dich durch alle Kapitel – inklusive Finanzplan.

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3 Beispiele im Überblick

Finanzplan-Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Freelance-Texterin (Dienstleistung, Einzel-unternehmen)

Sarah, 34, macht sich als freie Texterin selbstständig. Kein Lager, keine Mitarbeiter, minimale Investitionen.

  • Kapitalbedarf: 3.800 € (Laptop, Software, Website, Reserve)

  • Stundensatz: 75 €, geplante Auslastung Monat 1: 40 % (ca. 64 Stunden) Monatsumsatz ab Monat 5: 5.250 € (70 Stunden × 75 €)

  • Fixkosten/Monat: 2.600 € (inkl. 1.600 € Unternehmerlohn, KV, Tools)

  • Break-even: Monat 2

Besonderheit: Sarah hat zwei Stammkunden aus ihrer Festanstellung mitgenommen. Im Finanzplan weist sie diese als gesicherte Einnahmen aus und belegt sie mit schriftlichen Absichtserklärungen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit der Prognose erheblich.

Beispiel 2: Handwerksbetrieb – Malerei & Renovierung (GmbH)

Torsten, 42, gründet einen Malermeisterbetrieb mit zwei Gesellen.

  • Kapitalbedarf: 54.000 € (Fahrzeuge 2×, Geräte, Erstmaterial, Reserve)
  • Tagessatz pro Geselle: 380 €, Torsten selbst: 480 € Geplante Auslastung: 75 % (= 15 Arbeitstage/Monat)
  • Monatsumsatz ab Monat 3: 18.200 € Fixkosten/Monat: 14.100 € (Löhne, Fahrzeugkosten, Versicherungen, Unternehmerlohn 3.200 €)
  • Break-even: Monat 4

Besonderheit: Torsten kalkuliert mit 28 % Materialanteil am Umsatz als variable Kosten. Er weist außerdem Forderungsausfallrisiko (2 % des Umsatzes als Rückstellung) transparent aus – das überzeugt die Bank.

Beispiel 3: SaaS-Startup (UG, Tech)

Jana und Markus entwickeln ein B2B-Tool für Rechnungsautomatisierung.

  • Kapitalbedarf: 82.000 € (Entwicklung MVP, Server, Marketing, 6-Monats-Reserve für zwei Gründer)
  • Einnahmemodell: monatliches Abo, 89 €/Monat pro Kunde Kunden Monat 6: 45, Monat 12: 140, Monat 24: 380 MRR (Monthly Recurring Revenue) Monat 12: 12.460 €
  • Fixkosten/Monat: 9.800 € (Server, Tools, zwei Unternehmerlöhne à 2.400 €)
  • Break-even: Monat 14

Besonderheit: SaaS-Finanzpläne zeigen zusätzlich MRR, Churn Rate (monatliche Kündigungsquote, hier 4 %) und Customer Lifetime Value (hier 22 Monate × 89 € = 1.958 €). Diese Kennzahlen sind für Investoren entscheidend.

Wie vermeidest du Fehler

Die 6 häufigsten Fehler beim Finanzplan

Die 6 häufigsten Fehler beim Finanz-plan

Fehler 1: Unternehmerlohn vergessen oder auf null setzen

Schon mehrfach erwähnt, weil so häufig gemacht: Wer seinen Lohn nicht einträgt, zeigt der Bank, dass er nicht von seiner Selbstständigkeit leben kann oder die Planung nicht ernst nimmt. Beides ist schlecht.

Fehler 2: Nur eine Variante rechnen

Professionelle Finanzpläne zeigen drei Szenarien: ein konservatives (60 % der Zielumsätze), ein realistisches (100 %) und ein optimistisches (130 %). Das zeigt, dass du Risiken durchdacht hast – und auch im schlechtesten Fall überlebensfähig bist.

Fehler 3: Zahlungsziele ignorieren

Du stellst im Oktober eine Rechnung über 5.000 € – zahlbar in 30 Tagen. In deiner Liquiditätsplanung darf dieser Betrag erst im November als Einnahme erscheinen, nicht im Oktober. Wer Rechnungsstellungsdatum und Zahlungseingang gleichsetzt, plant falsch.

Fehler 4: Steuern nicht berücksichtigen

Gewerbesteuer, Umsatzsteuer (Vorauszahlungen), Einkommensteuer – all das sind reale Abflüsse, die in der Liquiditätsplanung erscheinen müssen. Faustregel: Reserviere 25–35 % des Gewinns für Steuern, bis du genaue Werte vom Steuerberater hast.

Fehler 5: Keine Abschreibungen einrechnen

Wer 18.000 € für ein Fahrzeug ausgibt, hat keine 18.000 € Kosten im ersten Jahr – sondern über die Nutzungsdauer verteilt (z. B. 3.000 €/Jahr bei 6 Jahren). Abschreibungen in der Rentabilitätsvorschau zu vergessen verzerrt den Gewinn nach oben.

Fehler 6: Finanzplan und Businessplan-Text widersprechen sich

Im Textteil schreibst du, du planst mit drei Mitarbeitern ab Monat 6. Im Finanzplan tauchen keine entsprechenden Lohnkosten auf. Solche Widersprüche fallen Bankprüfern sofort auf und beschädigen die Glaubwürdigkeit des gesamten Businessplans.

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